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Hier ist die Rede von dem Ursprung des Christentums, die viele von uns zu schaffen macht. Es geht um eine Sache, wo wir fast alle stürzen – eine Hürde, an der unser
menschliches und gerade unser frömmstes und religiöseste Denken scheitert. Es ist ein Punkt, an dem der Auferstandene und Erhöhte sein Werk neu in Bewegung setzt. Und zwar von Oben nach unten. Nicht wie bisher –
Auge in Auge mit den Jüngern. Wir müssen Abschied nehmen von dem Jesus in Menschengestalt, der uns von Unten begegnet. (2. Kor 5, 16 „auch wenn wir Christus gekannt haben nach dem Fleisch, so kennen wir ihn doch jetzt so nicht
mehr.“) Nun ist alles anders – ab jetzt ruft er uns von Oben her – aus dem Unsichtbaren. Wie anders, als durch seine Himmelfahrt hätten die Jünger – so auch wir – seine Zeugen werden
können. Wie anders begegnet uns nun das Wort Gottes in den NT-Briefen. Eben noch waren es Buchstaben und religionsgeschichtliche Texte – Und auf einmal begreifen wir, dass es Worte voll Geist und Leben sind. Genau
dies vollzieht sich nun hier in der ersten Jüngergemeinde. Es ist nicht ein neues Evangelium, sondern es hat sich verwandelt. Nun ist dieses Evangelium komplett. Es ist neu geworden durch den Auferstandenen und gen Himmel
gefahrenen. Und deswegen geht dieser Auferstandene und zur Rechten Gottes sitzende durch alle Geschichten und Gleichnisse des AT und NT hindurch. Nun fängt die Zeit unserer Bewährung an. Nun kann der Glaube,
der von Ostern her in den Gläubigen lebendig geworden ist, selbst zur Tat schreiten. Nun wir sich zeigen, was dieser Glaube vermag. Nun wird sich zeigen, wie die Gläubigen sich in das Herz des Vaters hineinversetzen lassen, wie
Jesus es während seiner irdischen Tage vorlebte. Ein Neues ist mit der Himmelfahrt Christi den Glaubenden freigegeben: Die angenehme Zeit – die Tage der Rettung (2. Kor 6.1) Mit der Himmelfahrt Christi ist
unserem Schauen-Wollen eine Grenze gesetzt – auch und gerade unserem frommen Schauenwollen. Das Haupt der Gemeinde ist unsichtbar und darf grundsätzlich nicht ins Sichtbare herabgezogen werden. Hebr 11,1 ; Rö 8,
24 - Trachtet nach dem, was droben ist... Die Kirche ist ja auch unsichtbar. Das Schauenwollen ist der Versuch, die Himmelfahrt Christi umzukehren. Der Glaube von Hebr 11, 1, die Zuversicht auf den
Unsichtbaren, Das Warten auf seine Erscheinung, die Gewissheit in der Hoffnung, dass der erhöhte Herr, unsichtbar – aller Sichtbarkeit zum Trotz, zur Rechten des Vaters sitzt. Himmelfahrt – Das Weggehen Jesu
von der sichtbaren zur unsichtbaren Welt, ist die Selbstprüfung der Gläubigen. Himmelfahrt ist eine Erinnerung daran, dass der Glaube eine Bewegung von oben, also vom Himmel ist. Wiedergeburt, Bekehrung, Glaube und Heiligung ist
nicht eine Bewegung von dieser Welt in die himmlische. Himmelfahrt ist die Frage an dich, ob du auf deinem Weg von Ostern nach Pfingsten das Beste auch nicht vergessen hast. Nämlich, ob du in dieser Sichtbaren Welt auf
das Sehen dessen, an den Du glaubst, verzichten kannst. Himmelfahrt ist die Frage an dich, ob du vom Heiligen Geist geleitet bist, oder ob du die Sache deines Glaubens selber in die Hand nimmst. Was suchst Du? Was
fehlt Dir? Wenn Du an Jesus glaubst, dann hast du alles. 2. Petrus 1,3 Sollte ich dir die Geschichte von dem Gläubigen Mann erzählen, der nach Heilsgewissheit sucht, und der nicht einsehen kann, dass
sein Heil schon lange gewiss ist? Sein Heil ist gewiss seit Himmelfahrt. Und auch nur hierin findet er Gewissheit. Doch weil er etwas sucht, das er bereits hat, kann Gott ihn nicht erhören. Und weil seine Ohren mehr
und mehr nach Glaubengewissheit über dies hinaus jucken, findet er endlich bei einem „Erweckungsprediger“ scheinbar, was er begehrt. Nun ist Adam zufrieden – für eine kurze Zeit. Und dann beginnt alles wieder von
vorne. Das Heil nimmt seinen Weg von dorther, wo Christus hingefahren ist – vom Himmel her. Heil geschieht von oben nach unten. Der fromme, alte Adam kann sich noch so sehr mit Bekehrungen abmühen. Allein was er
findet in seiner frommen Geschäftigkeit ist der Tod. Die Richtung, von der das Heil kommt kann er nicht umkehren. Gott schenkt Rettung, Glauben, Kraft, Heiligung, Gewissheit des Heils zu seiner Zeit – nicht, wenn
der Mensch will. Und entgegen dem, was wir leider zu oft in der Verkündigung hören, ist es nicht entscheidend, dass wir „Ja“ sagen, sondern, dass Gott Ja sagt. Der Weg des Heils ist von oben nach unten. Gott hat
dem Meer eine Grenze gesetzt – bis hierhin und nicht weiter. Und nun stellt euch doch mal ein Meer vor, das „Nein“ sagt. - (Siehe auch das Beispiel des Zöllners Matthäus... Auch Beispiel Paulus (Gefangener
Jesu Christi)) Wenn wir von Himmelfahrt reden, müssen wir auch Pfingsten erwähnen. Apg 2, 33 Da Christus nun durch die rechte Hand Gottes erhöht ist, und empfangen hat den verheißenen Heiligen Geist vom
Vater, hat er diesen ausgegossen Joh 16, 7 Es ist gut für euch, dass ich weggehe. Denn wenn ich nicht weggehe, kommt der Tröster (der Heilige Geist) nicht zu euch. Wenn ich aber gehe, will ich ihn zu euch
senden. Nun ist der Heilige Geist unsere Wegzehrung auf dem Wege in die Herrlichkeit beim Vater. Er ist das Licht auf unserem Weg. Er ist Kraftübertragung. Er mehrt unseren Glauben. Er ist die Qualifizierung für den
Himmel. Er tröstet, er lehrt und er macht, dass wir an den Unsichtbarenglauben können. Er kommt nicht zu Dir durch die Überredungskünste menschlicher Worte. Er kommt zu dir, wenn die Zeit reif ist. Er wartet nicht auf dein Ja
und er lässt sich nicht aufhalten durch dein Nein. Er kommt dann, wenn dir die Stimme des guten Hirten erschallt: Folge mir nach. Und er ruft nicht dreimal im Leben eines Menschen. Wenn Gott dich ruft, dann reicht
einmal. Und dann, wenn du an Jesus gläubig geworden und ein Kind des Allerhöchsten bist, dann ruft dich der Heilige Geist unablässig – sieben mal siebzig mal am Tag. Er ruft dich zur Heiligung. Er streitet gegen deinen
fleischlichen Willen immerzu. Er streitet gegen deinen Willen bei deiner Bekehrung, er streitet gegen deinen Willen im täglichen Leben und er streitet gegen deinen Willen in Krankheit und Tod. Bis er dich endlich sicher
geleitet hat in die unsichtbare Welt, wo Jesus Christus ist. Der Heilige Geist streitet gegen deinen Willen. Der eigene Wille muss genau so erlöst werden, wie der Rest des Menschen. Warum das? – Damit allein
Gott die Ehre gebührt. Wir müssen endlich begreifen, dass wir Gottes Willen nicht widerstreiten können. Wir müssen endlich lernen, dass wir die Sache unseres Glaubens nicht selber in die Hand nehmen können. –
Damit – wie Paulus sagt – unser Glaube nicht auf Menschenweisheit beruht, sondern auf die Kraft Gottes.
Himmelfahrt – das ist ein aufgerichtetes Zeichen zur Umkehr und zur Buße. Himmelfahrt ist
ein Zeichen, dass sich nicht an das Sichtbare hängt. – Nicht an eine besondere Kirchenzugehörigkeit, nicht an heilige Menschen, nicht an Ämter und nicht an Ordnungen halten. Lasst uns bedenken, dass wir durch
Chrisi Himmelfahrt neu in Marsch gesetzt sind, dass wir die Wüstenwanderung noch einmal – und hoffentlich besser als das alttestamentl. Gottesvolk – zu bestehen haben. Menschlichkeit Gottes, Tod und Auferstehung
des Herrn haben wir erst dann wirklich, wenn es in der Geistestaufe der Himmelfahrt Christi seine Probe bestanden hat. Im Glauben – und nicht im Schauen. Seit der auferstandene Herr in den Himmel aufgenommen ist,
waltet er seines Amtes. Von Dort gibt er seine Gaben. Von dort kommt die Bekehrung und die Wiedergeburt. Alls dies kommt aus dem Unsichtbaren hinein in die sichtbare Welt. „Christus ist hineingegangen in das Heilige, das
nicht mit Händen gemacht ist, sondern in den Himmel selbst nun zu erscheinen vor dem Angesicht Gottes für uns.“ (Hebr 9, 24) Von dort wird er alle zu sich ziehen, die gerettet werden sollen (Joh 12, 32).
Hans Joachim Iwand, Predigtmeditationen
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