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Obgleich wir Christen nicht unter dem Gesetz stehen, kommt es doch auf unseren Gehorsam an. Dafür ist Lots Frau das Zeichen:
Sie wurde von Gott an die Hand genommen. Sie hatte Sodom schon hinter sich. Aber sie kommt von ihrer alten Heimat nicht los. Sie sieht zurück und stirbt, weil
sie sich nicht in Gehorsam und Vertrauen Gott überlässt.
Das erlebe ich oft. Menschen, die mit Gott einen Anfang gemacht haben, fallen doch wieder in ihre alten Gewohnheiten zurück. Sie können sich nicht trennen von
den Dingen, die ihnen lieb geworden sind, die sie aber in den Abfall von Gott gerissen haben. Sie wollen sie hinüberretten in die Gemeinschaft mit Gott.
Das hat der Herr Jesus in einem Gleichnis ( Matth 13) beschrieben: “Es gibt Menschen, die hören das Wort Gottes und nehmen es freudig auf. Sie sind aber
nur Menschen des Augenblicks. Sie haben keine Wurzeln in sich. Wenn die ersten Glaubensprüfungen entstehen, nehmen sie Anstoß. Andere bringen keine Frucht, weil die Sorge der Zeit und der Betrug des Reichtums das Wort Gottes
ersticken.”
Das musste Lots Frau an sich erfahren. Warum schaut sie zurück? Kann sie sich von ihrer Habe nicht trennen? Will sie sehen, wie Gott sein Wort wahr macht?
Doch der Mensch kann bei Gottes Handeln nicht Zuschauer sein. (1. Mose 2,21 und 15, 12) Wer Gott sieht, der kann nicht am Leben bleiben. So auch Lots Frau:
Sie schaut den Herrn in seiner Gerichtsausübung und erstarrt über das Grauen dieses Anblicks.
Dies ist übrigens auch der tiefere Hintergrund für Gottes Gebot, sich nicht umzuschauen. Sich nicht umzudrehen ist nicht als Erziehungsakrobatik zu verstehen.
Alle Gebote Gottes sind gegeben zur Bewahrung. – Nicht zur akrobatischen Übung.
Lost Frau stirbt nicht an einer Halsdrehung, sondern an den Folgen des Ungehorsams. Sie verlässt die Schutzhülle des Gehorsams. Indem sie sich
umdreht befindet sie sich außerhalb des bewahrenden Gebotes Gottes. Indem sie sich umdreht verachtet sie Gottes Bewahrung.
Auch hierin können wir eine Menge lernen über den Umgang mit Geboten Gottes. Gott will uns nicht ärgern. Gott gibt keine sinnlosen Gebote. Immer sind diese eingebettet in einen Zusammenhang.
Beispiel:
5. Mose 22, 5 “Eine Frau soll nicht Männersachen tragen und ein Mann soll nicht Frauenkleider anziehen.” Dieses Gebot hat man vielerorts hinübergerettet bis in
unsere Tage. Man meint, Hosen wären Männerkleider und Frauen dürfen keine Hosen anziehen.
Lest mal weiter – ihr Wächter des alten Bundes!
Im Gleichen Kapitel – im gleichen Zusammenhang, ein paar Sätze weiter heißt es in V. 11: Du sollst nicht anziehen ein Kleid, das aus Wolle und Leinen zugleich gemacht ist.
Jeder wird mir jetzt wohl die Frage zugestehen, denn sie ist absolut berechtigt:
Warum wird in manchen Gemeinden einer Frau das Abendmahl verwehrt, wenn sie eine Hose anhat. Und warum darf ein Bruder oder eine Schwester das
Abendmahl bekommen, wenn sie oder er Kleidung anhat, die aus Wolle und Leinen gemacht ist?
Ich will mich nicht um Kleidung scheren. Wir müssen uns fragen: Was will das Gebot verkündigen – wovor soll es uns bewahren? Wie soll es draußen verstanden werden?
Es geht Gott niemals um sinnlose Gehorsamsakrobatik.
Wenn Christen - zur Freiheit Berufene - nach Gesetzen suchen, dann tun sie das meist aus Bequemlichkeit und aus Angst vor der Freiheit.
Unser höchstes, menschliches Gesetz ist und bleibt nun einmal unser eigener Vorteil. Und was entwickeln wir für eine Schlauheit, Gesetzlichkeit mit Frömmigkeit zu tarnen! „Wir hängen unseren Fehlern gar zu gern das Gewand
eines gültigen Gesetzes um.“ (Goethe)
„Wolken, die über den Himmel ziehen ohne Regen zu geben, sind die Gerechtigkeit des Gesetzes, das viel verheißt, aber nichts gibt als Schauspielerei. (Dr.Martin Luther)
Jedes Gebot hat zu seiner Zeit seine Ordnung, seinen Zusammenhang und seinen Sinn.
Es geht nicht um Kadavergehorsam, sondern um Bewahrung. Gehorsam Gott gegenüber hat für uns eine Schutzfunktion, dass wir nicht mit der Welt umkommen.
Lost Frau hat diese Schutzhülle des Gehorsams verlassen und ist umgekommen. Das ist uns zur Warnung und Lehre aufgeschrieben (1.Kor. 10,11).
Ronald Willems
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