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Es bleibt noch übrig, zu verstehen, was Paulus hier
auf den Einwand zu antworten versucht, die nun fragen, wozu dann überhaupt das Gesetz da sei (wenn man dadurch nicht selig wird). Es ist das Kennzeichen der echt verstandenen paulinischen
Theologie, dass diese Frage laut wird. Wo das Problem der Ethik nicht empfunden wird, wo diese in ihrer alten Selbstverständlichkeit und darum auch in ihrem alten Selbstvertrauen beharrt, da haben wir
Paulus nicht verstanden und nicht „sein“ Evangelium verkündigt. Dass diese Frage aufspringt, dass sie da ist, und wie sie beantwortet wird— nämlich negativ!, das ist das Echtheitszeichen der
Gnadenbotschaft, das eigentliche Skandalon. Ohne dass man sich ärgert, kann man nicht ans Ziel gelangen.
Und nun sehe man zu, wie fest Paulus hier bleibt (Galater 3ff), wie er dieser Frage nach dem Sinn des Gesetzes in keiner Weise
nachgibt... Die Schrift hat alles (auch das Gesetz) eingeschlossen unter die Sünde ! — damit der Ruhm unserer Rettung Gott allein zufällt, damit die Verheißung durch den Glauben an Jesus Christus gegeben würde denen, die
glauben.
Das Gesetz gewinnt also seinen Sinn erst vom Ende her, erst mit diesem mit der Verheißung und dem Glauben an Christus zum Abschluss gekommenen Prozess
. Es kann nicht lebendig machen. Darauf kommt es an. Das kann Gott! Retten, Erlösen, den Menschen von allen Sünden, vom Tode und von der Gewalt des Teufels befreien, das kann das Gesetz nicht, und das soll man ihm darum auch
nicht zumuten.
Aus: Hans Joachim Iwand— Predigtmeditationen - Galater 3, 15-22
Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen
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