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Lebenshilfe

Datengau

Der Mensch im Informations- und Kommunikationsrausch

"Die einen suchen Informationen, die anderen sind süchtig danach: So teilt sich die Welt, in Journalisten und ihr Publikum. Die Medien bilden den Mittelpunkt, der Mensch hängt in ihrem Netz, und offen bleibt, wer darin die Spinne ist und wer die Fliege. Unmöglich jedenfalls, nicht zu kommunizieren." So stellte der Spiegel in der Ausgabe special Nr. 3/1999 zum Thema "Info-Sucht - Der Mensch im Netz der Medien" einleitend fest.
Das Internet - von vielen als das Medium des neuen Jahrtausends bezeichnet, ermöglicht eine weltweite, grenzenlose Kommunikation und eröffnet die Beschaffung von Informationen in einem ungeheuren Ausmaß... Neben der Reizüberflutung durch flimmernde Fernsehbilder und der Dauerberieselung aus Radio und Discman nun auch noch das pausenlose Surfen in den "unendlichen Tiefen des Cyberraums"... "Na, läuft gerade nichts in der Glotze?", begrüßte mich unlängst ein Teilnehmer im Chat. Tatsächlich: Es lief nichts, ich habe nämlich keine...
Übersättigt mit Bildern, abgefüllt mit Informationen, aufgebläht von beidem, so laufen immer mehr Zeitgenossen der Spaß- und Event-Gesellschaft orientierungslos durch ihr Leben, das sich oftmals auf ein bloßes "Lebenscockpit" reduziert hat, mit Keyboard, Maus und Fernbedienung.
"Bilder über Bilder, Worte über Worte..." Aber: Sehen und hören wir wirklich, oder könnte nicht das Wort der Bibel "Mit sehenden Augen sehen sie nicht und mit hörenden Ohren hören sie nicht" (Matth.13,13) höchst aktuell sein?
"audiomessage" weiß sich der Bibel und ihrer Sicht vom Menschen verpflichtet und die Bibel kennt nun mal nicht den autonomen Menschen, sondern sieht ihn immer in seiner Beziehung zu seinem Schöpfer. Aus der Hand Gottes kommen wir. Und aus seiner Hand haben wir unser Angesicht mit den Kommunikationsorganen empfangen: "Das Ohr zum Hören, das Auge zum Sehen, beide hat Jahwe gemacht" (Prv. 20,12). Diesem Gott das Angesicht in Dankbarkeit und Liebe zuwenden zu können, ihn zu hören und im frohen Gehorsam zu antworten: Was muß das für ein Zeitalter wahrer Kommunikation gewesen sein. Wie hat da das von Gott empfangene Wort der Liebe den Menschen in Bewegung gesetzt, ohne zu hetzen, ohne zu raffen... Es ging ihm gut, diesem Menschen, dessen Verhalten ganz und gar vom Hören auf Gottes Stimme bestimmt war und der sich in der Anrede, die ihm von Gott her widerfuhr, erst recht als der erkannte, der er ist: Ein von Gott geliebtes Geschöpf. Im Anruf Gottes war der Mensch frei von der notvollen Selbstbespiegelung, frei von der Sucht, mehr sein zu wollen als er ist. Frei von dem "Mehr Schein als Sein"...
Aber dann erfolgte dieser geheimnisvolle Zerbruch der tiefen Gemeinschaft zwischen Gott und seinen Menschen, dieses Versteckspiel des Menschen vor dem Schöpfer. Verführt durch das Wort des Widersachers Gottes, des Diabolos, des Durcheinanderbringers in der Gestalt des Mediums der Schlange, schenkt der Mensch der falschen, der geschickt manipulierten verdrehten Information sein Ohr, das ihm Gott doch durch sein liebevolles Wort erst geöffnet hatte. Und dann sah der Mensch aus dem falschen Hören, "dass von dem Baum in der Mitte des Gartens gut zu essen wäre" und sie aßen beide, die Frau und der Mann: "Da wurden ihre Augen aufgetan": Das Zeitalter der eigenmächtigen Kommunikation begann, die Information des Vaters der Lüge tat und tut ihr Werk. Über die Ohren zu den Augen und von dort hin zum Herzen: Auch das Ohr des Menschen war entblößt...
Von nun an blieb der Mensch bei sich selbst, denn seine Ohren sind verschlossen für das Wort seines Schöpfers. Der Mensch hat sich emanzipiert, hat die bewahrende, bergende Hand seines Gottes verlassen und bleibt nun bei sich selbst. Damit aber wird der Mensch unmenschlich und macht sich selber zu Gott. Dieser Mensch bestimmt die Regeln der Kommunikation neu, verschafft sich Macht durch Vernetzung und ist doch wie die Fliege im Netz ein Gefangener.
"Der Mensch ist nicht fürs Warten gemacht. Ihre Highspeed-Internet-Standleitung..."
"einfach. alles. schneller."
Auf Mausklick komm raus: Wir kriegen den Hals nicht voll...
Orientierungslos, maßlos, schamlos, Gott-los...
Der Mensch in der ungebrochenen Gemeinschaft mit Gott war wahrhaft weise, denn er war offen für das Reden Gottes und im Gehorsam erfuhr er seine Bestimmung.
Gott könnte uns, den gegen ihn in ständiger Rebellion agierenden Menschen wohl dem Netz der Lüge überlassen, das wir zu beherrschen meinen und in dem wir doch gefangen sind. Er könnte uns unserer Blindheit, unserer Taubheit überlassen, so dass wir mit Highspeed und unserem ungläubigen Gelächter den Datengau unseres Lebens erfahren würden: "headcrash forever", für immer und ewig! Gott könnte das und er hätte recht! Gott könnte schweigen und er tut es wohl auch hier und da. Aber er redet auch! Er redet noch! Er redet in der Menschwerdung seines Sohnes, in dem Tod und der Auferstehung Jesu Christi. Gott ist in seinem Sohn gegen unsere Selbstherrlichkeit, gegen unseren Größenwahn, gegen unsere Feindschaft, ja, gegen unseren Tod und damit ist er für uns, zu unserem Heil, um uns heil zu machen. Er redet zu uns durch sein Wort, durch die Bibel. Und dieses Wort schafft Leben, eröffnet uns unsere Ohren, damit wir seine lebensschaffende Stimme vernehmen; noch angetan mit den Leichenbinden unseres Stolzes, unserer verlogenen Aufgeklärtheit, die Gott längst abgeschrieben hat...
"Wo ist er denn? Zeig ihn mir doch! Erst will ich sehen, dann will ich glauben ..."
"Stecke die Augen in die Ohren!" (Martin Luther). Gott kann uns die Ohren durch sein Wort und für sein Wort öffnen. Er kann, aber er muß nicht... So wird rechtes Hören vom Kreuz her, vom Gekreuzigten her möglich. Nicht als unsere, wohl aber als Gottes Möglichkeit. Nicht per Mausklick mit Highspeed verfügbar, wohl aber stammelnd, am Ende unseres Machbarkeitswahns von Gott zu erbitten. Der Mensch ist eben doch fürs Warten gemacht: Warten auf Gottes Wort!

Das ist auch die Bitte, die über dem Dienst von "media proMissio" steht: Dass der Herr aller Herren, der allein wahre Gott Ihnen und uns ganz neu und dann immer wieder die tauben Ohren unseres Herzens öffnet, damit wir ihn und sein Heil sehen und in unserem Hören und Sehen - in unserem Kommunizieren - vom Angesicht Gottes her Gesundung erfahren, angefangen in der Zeit, vollendet in der Ewigkeit.


Peter Heinrich

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AM PULS DER ZEIT
Dieser Beitrag von Peter Heinrich skizziert scharf und konturklar den im Abfall von Gott befindlichen Menschen im Geist der Zeit

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