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Lebenshilfe

Midlife-Krise

Zwischen Selbstfindung und Selbstverachtung

Liebe Leute in der Lebensmitte!
Sie sind 40-50 und es bäumt sich vor Ihnen die immer lauter werdende Frage auf: "Soll`s  das denn schon gewesen sein? Was habe ich bisher aufgebaut?"
"Das Herz allein kennt sein Leid und auch in seine Freude kann sich kein Fremder mengen." So heißt es in der Bibel (Sprüche 14,10), und so erfahren es alle Menschen: Du bist mit dem Kummer und mit der Freude in der verborgenen Tiefe deines Herzens allein.  Allein mit dir und Gott. Jeder Mensch trägt etwas mit sich herum, das für ihn selbst das Schwerste ist, und was kein anderer wirklich verstehen kann. Nicht genug Ihrer verborgenen Tränen, die sie schon weinen. Jetzt kommt auch noch der Kummer der schmerzenden Frage dazu:Wie kann ich mich in dem wiederfinden, was ich schaffe und habe?


Das fragt sich der Erfolgreiche, der Karriere machte. Das fragt sich der, dessen Leben in ruhigen, wohlsortierten Bahnen vor sich hinplätscherte. Das fragt sich der am Leben Kranke und der am Leben Gescheiterte. Das fragt sich der verheiratete Mensch, der Geschiedene und der, der bisher keinen Ehepartner gefunden hat.
Insgeheim fragt sich das auch der, der diese Frage wegzuschieben und zu verdrängen sucht.


Diese Lebensschwelle überschreitet der Mensch auf jeden Fall nicht ohne irgendein Ergebnis.
Einer fängt an, sich über den Nachbarn aufzuregen, der in der Mittagszeit seinen Rasen mäht oder seine Hecke nicht regelmäßig schneidet. Ein anderer zieht sich in sein Schneckenhaus zurück und schreit seinen Hund an, oder nörgelt am Ehepartner herum. Einer sitzt nur noch vor dem Fernseher und lebt aus zweiter Hand, ein anderer will sich durch Sport seinen jugendlichen Körper zurückerobern. Einer sitzt mit seiner Profilneurose im Wartezimmer eines Psychiaters, ein anderer greift zur Flasche. Einer erfüllt sich einen Jugendtraum, ein anderer fügt sich deprimiert und resigniert ins Älterwerden.
Doch mit welchen Symptomen sich die ungeklärten Lebensfragen auch immer den Weg ins Freie suchen: Wenn sie unbeantwortet bleiben, bohren sie sich tief in den Charakter hinein. Sie tauchen dann in neuer Frische und Aktualität auf, wenn die Zeit des Sterbens naht.
Seltsam und manchmal grausam kommt es mir vor, wenn Sterbende einen Schlussstrich unter ihr Leben ziehen und nach einem zufriedenstellenden Ergebnis ringen.
Was immer ein Mensch auch zu verdrängen oder zu überdecken suchte, während er noch mitten im Leben stand:  Das herannahende Ende macht aus Schauspielern wahrhaftige und schonungslos ehrliche Menschen.


Die letzten Gedanken eines Sterbenden geben manchmal Aufschluss über sein Leben.
Kaiser Augustus sagte auf dem Sterbelager: "Habe ich meine Rolle gut gespielt? Nun, so klatscht Beifall, denn die Komödie ist zu Ende" (Herausforderungen 1, InformationDiskussionAktion, W. CrüwellVerlag, Dortmund).
Ist das Ihr Ernst? Sollen das auch Ihre letzten Worte sein? Wollen Sie sich nicht jetzt, hier und heute auf das besinnen, was im Leben und im Sterben wirklich zählt?


Woher kommt eigentlich die MidlifeKrise? Jemand sagte mir mal: Das ist so`n neumodisches Zeugs aus Amerika. Je mehr ich über diese, zugegeben amüsante, Aussage nachdenke, desto mehr Wahrheitsgehalt scheint sie in sich zu bergen. Der das sagte, war ein bodenständiger Mensch, der nicht viel Zeit damit verbringt, in sich selbst hineinzuhorchen. "In sich selbst hineinhorchen."- "Auf sein Bauchgefühl hören."- "Sich selbst finden." Das sind Erscheinungen, die noch gar nicht so alt sind. Sie kommen nicht aus Amerika. Sie kommen aus dem Osten. Selbstfindung ist eine Übung, die aus fernöstlichen Religionen kommt. Seit den frühen 70iger Jahren erfreut sich der für den Westen kompakt gemachte Mix aus fernöstlichen Religionen  genannt Esoterik - immer größerer Beliebtheit. Und auch wir Menschen heute bleiben nicht davor verschont; seien wir nun religiös oder nicht. Das Gedankengut der Esoterik beeinflusst einen jeden von uns.


Doch was sagt Jesus Christus:
"Wer sein Leben findet, der wird es verlieren..." (Matthäusevangelium Kapitel 10, Vers 39a).


Bibellesern wird sicher aufgefallen sein, dass Gott genau andersherum denkt, als wir Menschen es gewohnt sind. In Gottes Augen stehen die Werte in dieser Welt auf dem Kopf. Wer diese Welt einigermaßen kritisch betrachtet, wird selber zu diesem Schluss kommen.
Sind die Werte, auf die wir Menschen von Gott aus angelegt sind, wirklich identisch mit den Wertvorstellungen des Zeitgeistes des 20. Jahrhunderts?
Ich möchte deutlich sprechen  das könnte wehtun:
Wenn Sie nach Wertvorstellungen Ihr Leben einrichten, die nicht den Vorstellungen Gottes entsprechen, dann kommen Sie - Gott sei Dank! - in Lebenskrisen.
Ich sage "Gott sei Dank!", weil es Gottes Güte nicht will, dass wir uns in Irrtümer verstricken.


Wenn Sie ein Opfer der MidlifeKrise sind, dann haben Sie sich selbst  gelebt. Sie betrachten und beurteilen Ihr bisheriges Leben von sich aus.   Wie wäre es, wenn Sie sich und Ihr Leben einmal aus einer anderen Perspektive betrachten  nämlich aus der Sicht Gottes? Die Bibel sagt dazu: "Denn unser keiner lebt sich selber, und keiner stirbt sich selber." (Römerbrief Kapitel 14, Vers7).
Sie leben und sterben sich nicht selber.  Sie haben sich ja auch nicht selbst geboren. Sie wurden geboren  Sie werden gelebt  Sie werden gestorben.
Ja, ich weiß: Das ist eine skandalöse Aussage. Aber sie schafft eine gewaltige Wertveränderung.
Bei jedem technischen Gerät, das Sie kaufen, haben Sie Garantieverlust, wenn Sie das Gerät nicht der Gebrauchsanweisung entsprechend behandeln.
Wenn Sie sich selber suchen; wenn Sie sich selber leben, dann nimmt Ihre Lebensfreude Schaden. Und für unsachgemäße Lebensführung gibt es keine Glücksgarantie.


Was heißt das jetzt im Klartext?
Wenn Sie sich auch noch so sehr mühen, sich selbst zu finden in dem, was Sie schaffen oder haben, so muß das erfolglos bleiben. Sie finden nur immer eine Ruine von Mensch. Wie sehr der Mensch in sich selbst ruiniert ist , beschreibt die Bibel in eindrucksvoller Weise:
"Da ist keiner, der gerecht sei, auch nicht einer. Da ist keiner, der verständig sei; da ist keiner, der nach Gott frage. Sie sind alle abgewichen und allesamt untüchtig geworden. Da ist keiner, der Gutes tue, auch nicht einer. Ihr Schlund ist ein offenes Grab; mit ihren Zungen handeln sie trüglich..." (Römerbrief Kapitel 3, Verse 1013a) "...ihr Mund ist voll Fluchens  und Bitterkeit. Ihre Füße sind eilend, Blut zu vergießen; auf ihren Wegen ist lauter Schaden und Herzeleid, und den Weg des Friedens wissen sie nicht" (Römerbrief Kapitel 3, Verse 1417).

Das ist ein vernichtendes Urteil; und wenn Sie jetzt ehrlich sind, erkennen Sie sich bestimmt wieder. Genau das ist es nämlich, was ein Mensch, der sich selbst sucht, findet: Einen in sich selbst eingekrümmten Menschen, der um sich selbst kreist!  Das ist Ihre wahre Identität, Ihre persönliche Echtheit: Sie sind, wie jeder Mensch von Natur aus, in sich selbst eingekrümmt.  In Ihren Kindern, in Ihrem Beruf, in Ihrem Lebenspartner, in Ihrer Freizeit;  kurz  in Ihrem ganzen Schaffen und Haben suchen und leben Sie sich selber. Und viele, viele Menschen, die auf der Suche nach sich selbst sind, übersehen Entscheidendes: Die Identität eines Menschen wird nicht von ihm selber gemacht, sondern von einem, der Macht hat.
Das ist entweder Gott, oder der Zeitgeist, hinter dem der Widersacher Gottes steckt. Es gibt kein "Niemandsland", in dem sich ein Mensch frei entfalten kann. Wir alle sind beeinflusste Leute.


In diesem unüberschaubaren Wirrwar von "Identitätsmachern" kann sich kein Mensch wirklich finden. Entweder er findet eine Täuschung, oder die schonungslose Wahrheit über sich selbst.  Wer auf seiner Selbstsuche einer Täuschung erliegt, der wird dann auch enttäuscht. Diese Lebensenttäuschung nennt sich dann MidlifeKrise.


Ich persönlich will mich nicht mehr in den Dingen finden, die ich tue.
Mein ganzes Glück, meine ganze Hoffnung, meinen ganzen Lebenssinn und Lebensinhalt finde ich in dem, was ein anderer für mich getan hat: Jesus Christus!
"Fürwahr, er trug unsere Krankheit und lud auf sich unsere Schmerzen." (Jesaja Kapitel 53, Vers4a) "Aber er ist um unserer Missetat willen  und um unserer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt. Wir gingen alle in die Irre wie Schafe, ein jeder sah auf seinen Weg. Aber der HERR warf unser aller Sünde auf ihn."  (Jesaja Kapitel 53, Verse 5+6).


Ronald Willems

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